7 Impulse für einen sanften Kindergartenstart mit Aware Parenting
„Mama, ich will nicht in den Kindergarten.“ Hast du diesen Satz auch schon gehört, während du innerlich schon wieder auf die Uhr gesehen hast? Die Eingewöhnung ist für viele Familien eine der ersten großen Trennungserfahrungen und es zeigen sich bei Kindern wie Eltern oft mehr Gefühle, als man erwartet hätte. Plötzlich klammert dein sonst so selbstständiges Kind, weint an der Tür oder wird morgens zum kleinen Wüterich. Und du selbst stehst da, mit einem schlechten Gewissen im Bauch und der Frage: Mache ich das richtig?
Ein Szenario, das mir in meiner Arbeit mit Familien immer wieder begegnet: In den ersten Tagen der Eingewöhnung läuft alles überraschend gut. Das Kind winkt fröhlich, verabschiedet sich brav, alle sind erleichtert. Und dann, nach ein bis zwei Wochen, kommt der Umschwung: Morgens wird plötzlich geklammert, geweint, die Tür blockiert, obwohl doch schon alles „geschafft“ schien. Viele Eltern sind in diesem Moment verunsichert und fragen sich, was sie falsch gemacht haben.
Die gute Nachricht: Diese verzögerte Reaktion ist keine Ausnahme, sondern die Regel. Kinder brauchen oft erst ein wenig Sicherheit, bevor sie sich erlauben, ihre Gefühle über die neue, überfordernde Situation überhaupt zu zeigen. Was zunächst wie ein Rückschritt wirkt, ist in Wahrheit ein Vertrauensbeweis.
Was in deinem Kind während der Eingewöhnung passiert
Aus Sicht des Aware Parenting, das von der Entwicklungspsychologin Aletha Solter entwickelt wurde, sammelt sich bei deinem Kind durch die neue, reizüberflutende Umgebung sehr viel Stress an. Neue Gesichter, neue Geräusche, neue Abläufe, die Trennung von dir als Bindungsperson das Stressgefäß deines Kindes füllt sich Tag für Tag ein Stück mehr, bis es überläuft. Häufig zeigt sich das dann nicht direkt im Kindergarten, sondern erst zu Hause, in dem sicheren Rahmen, in dem sich dein Kind traut, seine aufgestauten Gefühle endlich rauszulassen.
Das bedeutet: Wenn dein Kind nach der Abholung weint, wütend wird oder sich an dich klammert, ist das kein Rückschritt es ist ein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass sich dein Kind bei dir sicher genug fühlt, um loszulassen.
7 Impulse, die euch durch die Eingewöhnung tragen
- Bleib selbst so ruhig wie möglich. Deine innere Anspannung überträgt sich unmittelbar auf dein Kind. Nimm dir bewusst Zeit für den Abschied, statt hektisch loszurennen.
- Verabschiede dich klar und ehrlich. Ein heimliches Verschwinden mag den Moment erleichtern, untergräbt aber langfristig das Vertrauen deines Kindes. Ein kurzes, liebevolles Ritual gibt Sicherheit.
- Nimm die Tränen an, statt sie wegzuschieben. Sätze wie „Ist doch nicht schlimm“ oder „Sei nicht traurig“ verneinen das Gefühl deines Kindes. Besser: „Ich sehe, dass es dir schwerfällt. Ich komme wieder.“
- Gib dem Stressgefäß nach dem Abholen Raum, sich zu leeren. Plant genug Zeit ein, dass dein Kind nach dem Kindergarten weinen, wüten oder einfach kuscheln darf, es braucht jetzt wahrscheinlich auch mehr Ruhe und Rückzug.
- Baut spielerische Rituale in den Alltag ein. Klassiker wie Guck-Guck oder Verstecken sind mehr als Babyspiele sie lassen dein Kind genau das erleben, was es bei der Eingewöhnung braucht: Du gehst, und du kommst wieder. Auch Rollenspiele, in denen euer Kind selbst „Mama“ oder „Erzieherin“ spielt, helfen, die Erlebnisse zu verarbeiten. Lachen und Bewegung leeren nebenbei das Stressgefäß.
- Erwarte keine Linearität. Ein guter Tag bedeutet nicht, dass die Eingewöhnung „geschafft“ ist. Rückschritte gehören dazu und sind kein Grund zur Sorge.
- Sorge auch für dich selbst. Eine Eingewöhnung fordert nicht nur dein Kind, sondern auch dich emotional. Tausch dich mit anderen Eltern aus, hol dir Unterstützung und erlaube dir, auch eigene Gefühle wie Schuld oder Traurigkeit wahrzunehmen, statt sie zu verdrängen.
Was, wenn ihr mitten in der Eingewöhnung steckt und nicht wisst, wie ihr die Tränen und den morgendlichen Abschied leichter gestalten könnt?
Genau für diese Situation habe ich mein kostenloses Freebie „Spielerisch durch die Eingewöhnung“ entwickelt. Darin bekommt ihr 5 kurze Videos mit konkreten Spielideen, ein 20-seitiges Workbook zum Ausdrucken oder digitalen Ausfüllen sowie das theoretische Hintergrundwissen rund um das Stressgefäß, das Broken-Cookie-Syndrom und Co-Regulation damit ihr endlich versteht, warum euer Kind so reagiert, wie es reagiert, und was ihr konkret tun könnt.
Im Workbook findet ihr unter anderem fünf Trennungsspiele, die genau auf diese Situation einzahlen zum Beispiel den „Magnet-Mama“, bei dem euer Kind spielerisch die Kontrolle über die Trennung übernimmt: Es schiebt euch weg und holt euch wieder zurück, ihr lacht gemeinsam und genau dieses Lachen löst die Anspannung, die sich sonst beim echten Abschied entlädt. Nach jedem Spiel gibt es eine kurze Reflexionsseite, auf der ihr festhalten könnt, wie euer Kind reagiert hat so entwickelt ihr mit der Zeit ein immer feineres Gespür dafür, was eurem Kind gerade guttut.
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Zum Schluss
Die Eingewöhnung ist selten ein geradliniger Prozess, sondern eher eine Wellenbewegung aus guten und schwierigen Tagen. Wenn du deinem Kind in dieser Zeit mit Geduld, Präsenz und einem offenen Ohr für seine Gefühle begegnest, schenkst du ihm etwas sehr Wertvolles: die Erfahrung, dass es auch in herausfordernden Situationen nicht allein ist.
Wünschst du dir noch persönliche Unterstützung bei der Begleitung deines Kindes durch diese Zeit, dann freue ich mich auf deine Kontaktaufnahme. Ich biete dir viele verschiedene Möglichkeiten, wie ich euch als Familie in dieser sensiblen Phase begleiten kann.
